Curts DRITTER Film: ALLE INFOS

“Die rastlosen Schuhe”


PG | 1h 50min | Tanzfilm | 19. Juli 1984 (D)





Regie: Lisa Golubew

Drehbuch: Felix Neuberg und Anne Lewis

Darsteller: Curt Silwersteen, Fiona Matisto, Willi Hemmerich

Tanzchoreographie: Lester Mandelblatt, Zola Achebe


Internationale Auszeichnungen:

  • Der ‘Robert’: Bester internationaler Tanzfilm

  • Bestes Setdesign: Roberto Unger

  • Der silberne “Bravo Otto” in der Kategorie Schauspielerin: Fiona Matisto

  • Beste Choreographie: Zola Achebe und Lester Mandelblatt

  • Bestes Kostümdesign: Sabine Eschensberg


Synopsis:


Den unzufriedenen Bibliothekar Pierre (Curt Silwersteen) langweilt es, den ganzen Tag Informationen für andere zu recherchieren. In Tagträumen flieht er deshalb in die Welt des Tanzes und legt mit den unterschiedlichsten Bibliotheksbesucherinnen (u. a. Fiona Matisto) zwischen Bücherregalen atemberaubende Tänze aufs Parkett.


Filmrezension:


Auch diejenigen Kinobesucher, deren Herz nicht für den Tanz schlägt, melden sich höchstwahrscheinlich für einen Tanzkurs an, nachdem sie “Die rastlosen Schuhe” gesehen haben. Die mitreißenden Rhythmen und zauberhaften Melodien laden ebenso zum Träumen ein wie das Tanztalent, das Curt Silwersteen in seiner Rolle als Herbert Schmues an den Tag legt.


Spätestens wenn sich zwischen Herbert und der schüchternen Lehramtsstudentin Annelies (Fiona Matisto) zarte Bande entwickeln und sich der Hausmeister Herr Pomer (Willi Hemmerich) als Gegenspieler positioniert, bekommt uns der Tanzfilm auch emotional. Die Stimmung wird ganz besonders geprägt von der experimentellen Umsetzung der Tanzszenen, in denen sich die Bibliothek in verschiedene Welten verwandelt.


Fun Facts und Trivia:


Für den Bau des “magischen Buches” in seinen drei Ausführungen wurden 20 Lichterketten, 5 Liter Metallic-Farbe, 15 Kilo Papageienfedern und 14.000 Strasssteine verwendet. Ein sechsköpfiges Team war einen ganzen Monat mit der Umsetzung beschäftigt.


Eine Tanzlehrerin war bei jedem Dreh mit am Set und konnte so mit Silwersteen und den anderen Schauspielern regelmäßig die Tanzschritte wiederholen. Sie war schon im Vorfeld Silwersteens Lehrerin und spielte in seinem nächsten Film “Letifold der Leidenschaft” eine kleine Nebenrolle.


Felix Neuberg und Anne Lewis sollen für die Entwicklung des Drehbuchs bei einem australischen Schwitzhüttenritual teilgenommen und die dort konsumierten Pflanzen mit ans Set genommen haben. So erklären sich einige die soghafte Wirkung der eindrucksvollen Traumszenen.


Die Broadway-Göttin Barbara Lewt war eigentlich für eine kleine Rolle vorgesehen gewesen. Wegen eines Unfalls lag sie allerdings zur fraglichen Drehzeit in einem künstlichen Koma. In ihrer Autobiographie, die sie 2018 herausbrachte, äußert sie sich folgendermaßen:

“Wenn ich eine Sache in meinem Leben ändern könnte? Ich wäre 1984 nicht in die 122ste eingebogen. Oder ich hätte mich dort besser umgeschaut, bevor ich die Straße überquerte. Dann hätte dieser Irre mich nicht erwischt. Wie sorglos ich vorher war. Welche Pläne ich hatte. Den Dreh mit Silwersteen zu verpassen… das hat mich damals zerstört. Ja, es ging für mich nach meiner Genesung sehr bald wieder auf die Bretter, die meine Welt bedeuteten. Ich traf Keith, meinen ersten Mann, im Jahr darauf und bekam meine zauberhafte erste Tochter Sophie. Doch immer wenn ich eines der Lieder aus den “rastlosen” hörte, überkam mich eine Sehnsucht nach Curt, über die ich mit niemandem sprechen konnte. Ich gebe es zu, der Tod macht mir kaum Angst, weil ich heimlich hoffe, ihn auf der anderen Seite endlich kennenlernen zu dürfen.”


Legendäre Zitate:


Herbert: “Ich bin der König der Bibliothek!”

Annelies: “Warum denn so ernst?”


Herr Pomer: “Vergiss niemals: Aus großer Macht, folgt eine große Strafgebühr.”


Luther: “Furcht führt zu Wut, Wut führt zu Hass. Hass führt zu Tanz.”


Herbert: “Sie sind ohne Zweifel der schlechteste Tänzer, von dem ich je gehört habe.”

Herr Pomer: “Aber ihr habt von mir gehört.”

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